Zurück in die Kraft – Eins sein.

Eine Stimme spricht „Nimm deine Schwäche an, zeige sie auch anderen“ und das Außen sagt „Du bist so stark“ – ich sage „ja, aber ich bin schwach und stark.“ Die Menschen sind überrascht, wenn sie das hören, sie kannten es zu wenig von mir.

Dabei gibt es nie nur das Eine.

Wir sind wie Ying und Yang.

Stark – Schwach.

Feuer – Wasser.

Männlich – Weiblich.

Kraftvoll – Ruhig.

Wir sind eins.

Noch nie war ich mir so klar, was ich tue und wie ich etwas tue. Mit jedem Schritt des Erkennens bin ich klarer. Die Wege und die Aufgaben meiner Vergangenheit erkenne ich an und nehme ich sie in mir mit, da sie mich zu der Frau gemacht haben, die ich heute bin. Ich habe es gelernt zu kämpfen wie eine Löwin. Doch Kampf bedeutet auch Verlieren. Wir sind nicht immer Gewinner im Leben. Ich war es nicht immer. Der Fall war sehr, sehr tief. Das Aufstehen ist sehr schwer. Und gleichzeitig bedeutet es Wachstum. Neue Anteile in sich zu erkennen und zu fördern. Andere Menschen einzulassen. Zu sehen, was Wachstum und Lernen mit sich bringt.

Deshalb hier eine Geschichte.

Zurück in die Kraft 

Stell dir vor, du stehst auf einer kleinen Anhöhe. Rings um dich herum sind Steine, Berge, Gräser und ein Fluss, der sich durch die Landschaft schlängelt. Die Landschaft kann je nach Blickwinkel idyllisch und zugleich bedrohlich wahrgenommen werden. Male dir die Landschaft mit allen Farben aus – so wie du möchtest. Was hörst du? Was spürst du? Tauche ganz tief ein und entspanne. Du stehst da und beobachtest. Dort sind vereinzelt Pferde und am Rande des Berges sind einige Steinböcke, die suchen nach frischen Kräutern und Gräsern. Vom Himmel herab hörst du einen Falken rufen.

Und dann siehst du es – ein braunes Pferd – es fällt dir auf den zweiten Blick auf.

Das Pferd scheint eine harte Zeit mitgemacht zu haben, denn es hat viele Wunden am Körper. Das Tier will vorwärts rennen – doch es stolpert. Plötzlich scheint es sich zu besinnen und hält inne. Es ist so als dürften wir kurz in seine Seele eintauchen. Es hat seine Herde im Hintergrund ganz vergessen. Zulange ist es einsam zwischen den Felsenschluchten herumgeirrt und hat sich mit spärlichem Gras begnügt. Es hat nicht darauf gelauscht, was die anderen machen. Es wollte einsam sein. Viele Erfahrungen haben es verstört. Es musste stark sein, doch in Wirklichkeit war es viele Jahre schwach und wurde immer wieder von Wölfen angefallen. Extra Herausforderungen meistern, obwohl keine Kraft mehr vorhanden war. Am Ende war es so schwach – dass die Verelendung nahe war.

Nun steht das anmutige Pferd am Rande der Herde und nimmt Witterung mit den anderen Tieren auf. Seine Tritte werden bedachter und es ist so als würde es ganz zaghaft fragen – darf ich von euch lernen – darf ich Part von euch sein? Zuerst ist es passiv dabei, doch es bekommt jede Menge Huftritte und Bisse von den Anderen. Es begreift – für eine Gemeinschaft muss es mehr opfern. Plötzlich kommt in das kleine Pferd Leben, es wirft den Kopf wild auf und schlägt mit dem Schweif. Es beginnt sich zu verteidigen und auch anderen Pferden die Schranken zu weisen. Es schafft sich Raum und Präsens. Es schafft sich Tiere, bei denen es ganz zärtlich ist. Es zeigt alle Facetten seiner zarten Seele.

Spüre auch DU – deinen inneren Reichtum.

Ganz wunderbar ist es zu beobachten wie das Pferd an Anmut gewinnt.

Im selben Moment schiebt sich die Sonne aus dem grauen Wolkendach hervor und beginnt auf das Tal zu strahlen. Das braune Pferd ist nicht nur erdbraun, sondern es ist goldbraun und es funkelt wie Star in der Sonne.

Es erkennt all die Umwege, all die harten Begegnungen in seinem Leben, all das destruktive Verhalten. Die Augen werden immer wacher.

Nun steht es da – beobachtet voll Faszination das Treiben der bunten Herde. Es beschließt nicht nur schwach oder stark zu sein. Es beschließt ganz zu sein.

Da sind Fohlen, Stuten, Hengste – jung wie alt – wunderbar wie unauffällig bescheiden. Jeder Einzelne für sich ist voll Einzigartigkeit.

Das Pferd ist nun dort auf dieser Anhöhe und gewinnt an Präsens.

Plötzlich schließen sich andere Tiere ihm an und beginnen ihm zuzuhören – zu folgen. Manchmal kommt in seine Richtung ein Huf geflogen, doch es reagiert voll Gelassenheit und nicht mehr panisch.

Es hat die größte Herausforderung angenommen – sich selbst anzunehmen – in voller Größe und Tiefe. Mit allen Facetten.

Erkenne du dich – mit all deinen Seiten.

Mit deiner Stärke. Mit deiner Schwäche.

Mit allem was dazu gehört.

Und sage „JA“ – JA – zu dir selbst.

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